Verein SOUS LES PAVÉS

Open Call: Medienfrische

Schützenstraße 52/9/3
6020 Innsbruck
Österreich

47.25, 11.4167

zur Ausschreibung

Das Tiroler Bschlabertal liegt auf 1400m und ist einer der abgelegensten Orte Österreichs. Heute leben dort weniger als 100 Menschen, Überalterung und Landflucht zehren an der Region. Zum ersten Mal findet an 30 Tagen die medienfrische ebendort statt. Künstler*innen aus aller Welt sind dazu eingeladen, in Bschlabs zu verweilen und zu arbeiten. Die medienfrische ist ein zeitgenössisches Kunst- und Medienfestival, das aktuelle Entwicklungen in der Kunstwelt in den Fokus stellt. Die landschaftlichen Gegebenheiten und der völlig anders zu organisierende Alltag im Tal erfordern neue und unkonventionelle Denkarten und Ideen sowie ein Hinterfragen herkömmlicher Arbeitsweisen.

wir bieten

Die Residenz in einem abgeschiedenen Hochtal regt zum Verweilen, Umdenken und Experimentieren an. Das Bschlabertal dient dabei als Labor und Werkstatt. Unterkunft und Verpflegung für die Dauer des Aufenthaltes werden von uns übernommen. Auch Arbeitsräume, Ausstellungsorte und zahlreiche Freiflächen werden bereitgestellt. Zudem findet im Rahmen der medienfrische über die gesamten vier Wochen ein vielseitiges Programm mit Konzerten, Vorträgen, Filmvorstellungen, Lesungen, Landart-Projekten u.v.m. statt.

wir suchen

Medienkünstler*innen sowie Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Studierende aller Bereiche (digital media, Architektur, Musik und Sound, Film, Literatur, bildende und darstellende Kunst, Landart etc.), die sich experimentell mit dem Thema, den Landschaften und den Bewohner*innen im Hochgebirge beschäftigen wollen. Am Ende des Aufenthaltes soll ein vor Ort entstandenes Artefakt zur Verwahrung in einem Kunstspeicher überreicht werden. Es können sich sowohl Einzelpersonen als auch Künstler*innen-Gruppen aller Nationalitäten und Geschlechter ab vollendetem 18. Lebensjahr bewerben. Einzelpersonen werden in der Auswahl bevorzugt.

orte/arbeitsorte

Das Bschlabertal mit seinen drei Orten Bschlabs, Boden und Pfafflar liegt im Tiroler Bezirk Reutte in Österreich. Dort stehen Almwiesen, leere Gebäude, eine Feuerwehrhalle, ein Fußballplatz, eine Kirche, Wohnräume sowie Heustadel für Projekte zur Verfügung. Die Vergabe der Arbeitsorte und Unterkünfte geschieht in Zusammenarbeit mit den Teilnehmer*innen und kann sich im Zuge des Aufenthaltes auch ändern.

thema

LEERE ZEIT
Unsere Gesellschaft misst einer leeren Zeit, also einer Zeit, in der scheinbar nichts Sinnvolles getan wird und in der man als nicht produktiv gilt, keinen Wert zu. Wir haben permanent zu funktionieren, Selbst-Optimierungen vorzunehmen, während wir uns gleichzeitig einem grenzenlosen und immer rascher ablaufenden Informationsfluss aussetzen. Die Bauernfamilien im Bschlabertal kannten in den letzten Jahrhunderten keine leere Zeit. Erst mit Beginn der Technisierung, der Mobilität, der Erwerbsarbeit und der damit einhergehenden Abwanderung in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts kam es zu vermehrter Leere im Tal – durch das Verlassen der Wohnhäuser, durch das Aufgeben von traditionellen Arbeits- und Kommunikationsräumen und durch das Einsparen von ehemals überlebensnotwendiger Arbeitszeit. Die Kunst stellt seit jeher im Leben eine Grenzzone dar, die den Zufall, den Zerfall und die Leere zu sich einlädt. Sich einer leeren Zeit auszusetzen, kann zur Quelle von Inspiration werden. Leer werden kann heißen: loslassen, unterbrechen, Einspruch erheben, auflösen, umkehren. Leere Zeit kann begriffen werden als ein Aussetzen der Arbeit zur Erprobung eines anderen Alltags, oder ein Aussetzen des Alltags, um eine andere Arbeit zu erproben. Kann leere Zeit einen Möglichkeitsraum eröffnen, um neue Formen von (Care-, Kunst-, etc.) Tätigkeiten und von Beziehungsweisen auszuprobieren? Kommt leere Zeit ohne Handlungsziel aus? Ist die leere Zeit nicht immer schon voller Splitter unserer Menschheitsgeschichte? Wie können eine leere Zeit und der Leerstand im Bschlabertal miteinander korrespondieren? Und habe ich persönlich Angst vor einer leeren Zeit?

anreise/kosten

Von den Reisekosten bis nach Imst oder Reutte können wir bis zu 100€ übernehmen. Um den Weitertransport ins Tal kümmert sich die medienfrische. Gern wird bei der Reiseplanung geholfen, vor allem was die Vermeidung von Kosten betrifft. Die Anreise mit dem eiengen Fahrzeug ist ebenfalls möglich. Wir helfen auch gerne bei den Planungen von Mitfahrgelegenheiten.

zeitraum

Mai bis 22. Juni 2024. Die Aufenthaltsdauer beträgt 2 Wochen. Es gibt 2 Anreisedaten (24. Mai / 07. Juni) und wir bitten euch, den gewünschten Zeitraum im Formular einzutragen.

entscheidung

Eine Fachjury entscheidet über die Einladungen und teilt die freien Plätze in den Unterkünften bestmöglich ein. Es stehen im Tal etwa 30 Betten zur Verfügung. Es gibt Einzelzimmer, Doppelzimmer und Mehrbettzimmer. Die Einteilung erfolgt mit euch in Absprache und wir versuchen, so gut es geht auf eure Wünsche einzugehen.

einreichfrist

19. Februar 2024.
Ihr werdet bis 15. März über das Ergebnis informiert.

form

– kurzer künstlerischer Lebenslauf
– ausgefülltes Antragsformular (medienfrische.com/opencall)
– kurze Beschreibung des künstlerischen Vorhabens (max. 2500 Zeichen)
– drei Arbeitsproben des bisherigen Schaffens (Fotodokumentationen, Links, Webseiten, Texte, Medienberichte, Filmlinks etc.)

 

EINREICHUNGEN ausschließlich per Mail an
residency@medienfrische.com
 

Bild ©medienfrische

Schwerpunkte

Artist in Residence

The Future of Water

Paris, Frankreich

14913 Niederer Fläming, Deutschland